Methodik · Stand 2026-06

Methodik & Datengrundlage

Vollständige Dokumentation, wie auf handwerker-kosten.ch Preise berechnet werden — Quellen, regionale Faktoren, Index-Schwellen und Update-Historie. Diese Seite richtet sich an Bauherren, die Zahlen kritisch prüfen wollen, sowie an Fachleute, Journalisten und Forschende.

1. Datenerhebung 2. Regional-Multiplier 3. Index-Schwellen 4. Update-Log 5. FAQ

1. Wie unsere Preisangaben entstehen

handwerker-kosten.ch pflegt eine eigene Preisdatenbank: Wir bündeln öffentlich verfügbare Schweizer Preis- und Lohndaten zu verständlichen Richtwerten und halten sie laufend aktuell. Auf den Seiten weisen wir diese als unsere Preisdatenbank aus. Wir erfinden keine Zahlen und geben keine eigene Offerten-Erhebung vor — jede Bandbreite stützt sich auf die unten genannten öffentlichen Quellen und wird gegen öffentlich einsehbare Marktpreise plausibilisiert.

1.1 Unsere Quellen

A — Verbands- und Kalkulationsgrundlagen

suissetec (Kalkulationsgrundlagen Sanitär, Heizung, Spengler), SMGV (öffentliche Regieansätze Maler/Gipser), SBV (Lohn- und LMV-Grundlagen Bauhauptgewerbe), VSEI/EIT.swiss (Kalkulationsgrundlagen Elektro), Allpura (GAV Reinigung). Diese liefern die Kosten- und Lohnbasis je Gewerk.

B — Behördliche Statistik

BFS (Lohnstrukturerhebung mit regionaler Aufschlüsselung, Baupreisindex), SECO (Konjunkturberichte Baugewerbe), swisstopo (geografische Zuordnung PLZ → Region). Öffentliche, kostenlose Datensätze.

C — Öffentliche Marktpreise

Öffentlich einsehbare Schweizer Marktpreise dienen uns zur Plausibilisierung: Liegt eine Bandbreite klar neben dem real sichtbaren Marktniveau, korrigieren wir sie. Unsere Preisdatenbank ist also eine Aufbereitung öffentlicher Quellen — wir sammeln keine fremden Offerten und betreiben keine eigene Offerten-Erhebung.

D — Förderprogramme

EnergieSchweiz, Das Gebäudeprogramm und kantonale Energieförderung — wir verlinken auf die offiziellen Tarifblätter und prüfen die Angaben bei der Aufnahme gegen die offizielle Quelle.

1.2 Darstellung als Bandbreite

Pro Kategorie zeigen wir drei Werte: einen günstigen Marktrand (Min), einen typischen Durchschnitt und ein oberes Ende für anspruchsvolle oder Premium-Ausführungen (Max). So sehen Sie die Spannweite statt einer einzelnen Zahl, die in die Irre führen kann. Die Werte sind Richtwerte zur Orientierung — die konkrete Offerte hängt immer vom Einzelprojekt ab.

1.3 Aktualität

Jede Seite trägt ein Stand-Datum. Wir aktualisieren die Preisbasis, wenn neue Verbands-Tarife oder BFS-Daten erscheinen, bei deutlichen Marktbewegungen sowie wenn uns ein Fehler gemeldet wird. Wir geben bewusst keinen fixen Quartals-Takt vor, den wir nicht garantieren können — entscheidend ist, dass das ausgewiesene Stand-Datum stimmt.

2. Regional-Multiplier-Logik

Schweizer Handwerkerpreise variieren erheblich nach Region — bedingt durch Lohnniveau, Lebenshaltungskosten und lokale Marktdichte. Wir multiplizieren den nationalen Durchschnitt pro Gewerk mit einem regionalen Faktor. Diese Faktoren orientieren sich an den regionalen Lohnunterschieden der BFS-Lohnstrukturerhebung.

Region Multiplier Differenz zu CH-Mittel Begründung (Kurz)
Genferseeregion ×1.20 +20.0 % Lohnniveau CH-Top, Sprachregion mit eigenem Marktrahmen
Grossraum Zürich ×1.15 +15.0 % Höchstes Lohnniveau Deutschschweiz, hohe Marktdichte
Nordwestschweiz ×1.05 +5.0 % Basel-Region, überdurchschnittliche Löhne
Zentralschweiz ×1.05 +5.0 % Zug-Effekt, kaufkraftstarker EFH-Markt
Graubünden ×1.00 0.0 % Heterogen — Tal vs. Tourismus-Destinationen
Berner Oberland ×0.98 -2.0 % Tourismusregion mit gemischter Struktur
Ostschweiz ×0.95 -5.0 % Schwächeres Lohnniveau, KMU-getrieben
Mittelland ×0.95 -5.0 % Bundesmittel als Referenz
Rheintal ×0.95 -5.0 % St. Galler Rheintal, Industrie-geprägt
Sarganserland ×0.95 -5.0 % Alpennähe, gemischte Struktur
Seeland ×0.92 -8.0 % Ländlich-städtisch gemischt
Tessin ×0.92 -8.0 % Italienische Sprachregion, italo-CH-Lohnmix
Emmental ×0.90 -10.0 % Ländlich, niedrigere Lohnstruktur
Wallis ×0.90 -10.0 % Tiefere Lebenshaltungskosten, Tourismus-Saisonalität
Jura-Nord ×0.90 -10.0 % Strukturschwach, geringe Marktdichte
Jura ×0.88 -12.0 % Tiefste Lohnregion CH

Quelle: an der BFS-Lohnstrukturerhebung (regionale Lohnunterschiede im Bau- und Ausbaugewerbe) orientiert. Die Faktoren überprüfen wir, sobald eine neue BFS-Welle vorliegt.

3. Index-Schwellen — welche Detailseiten Google indexiert

Eine Kategorie × Stadt-Seite wird nur dann für die Indexierung freigegeben, wenn die Stadt eine cluster-spezifische Einwohner-Mindestgrösse erreicht. Damit vermeiden wir „Doorway"-Seiten ohne lokale Datentiefe und konzentrieren Crawl-Budget auf Seiten mit echtem Such- und Marktinteresse — im Einklang mit Googles Helpful-Content-System (März 2024+).

Cluster Min. Einwohner Begründung
Notfall & Sofortdienst 10'000 Lokale Notdienst-Suche ortsfest, auch kleine Gemeinden relevant
Energie & Heizung 12'000 EFH-Markt verteilt sich landesweit, nicht stadtgetrieben
Dach & Fassade 12'000 EFH-Eigentümer-Markt überall vorhanden
Fenster & Türen 12'000 EFH-Renovationsmarkt, ländlich relevant
Rohbau & Sanierung 15'000 Mittlere Schwelle, gemischter Markt
Bad & Küche 18'000 Renovationsmarkt stärker städtisch konzentriert
Boden & Wand 18'000 Renovation: Stadt-Markt-driven
Garten & Aussen 18'000 EFH-Garten-Markt erfordert grössere Marktdichte
Umzug & Reinigung 25'000 Nur grössere städtische Märkte wirtschaftlich relevant
Default (alle übrigen Cluster) 15'000 Mittlere Marktdichte, ausreichendes Suchvolumen.

Konkret bedeutet das: Für Cluster wie Notfall & Sofortdienst indexieren wir auch kleinere Gemeinden ab 10'000 Einwohnern (lokale Notdienst-Suche ist ortsfest). Für Umzug & Reinigung dagegen ab 25'000 — diese Märkte sind stark städtisch konzentriert. Energie-Trades (Wärmepumpe, Solar, Dach) folgen dem EFH-Markt und sind ab 12'000 Einwohnern wirtschaftlich relevant.

Nicht indexierte Detailseiten existieren auf der Domain weiterhin als Referenz (kanonisch auf die übergeordnete Kategorieseite verweisend), werden aber via noindex aus dem Google-Index ausgeschlossen.

4. Aktualität & Änderungen

Hier dokumentieren wir substanzielle Änderungen an Methodik oder Preisbasis. Kleinere Korrekturen (Tippfehler, einzelne Zahlen) werden nicht einzeln aufgeführt.

Stand der Preisbasis: 2026-06 aktuell

Die ausgewiesenen Bandbreiten orientieren sich an den zu diesem Zeitpunkt aktuellen öffentlichen Quellen (Verbands- und Kalkulationsgrundlagen, BFS-Lohndaten) und an öffentlich einsehbaren Marktpreisen. Förderprogramme verweisen direkt auf die offiziellen Tarifblätter.

Wir führen dieses Log fort und tragen hier jede wesentliche Anpassung der Methodik oder der Preisbasis mit Datum ein. Gemeldete Fehler bearbeiten wir laufend (siehe Korrektur-Policy unten).

5. FAQ zur Methodik

Einzelne Anbieter-Preise sind nicht repräsentativ. Wir zeigen pro Kategorie und Region eine Bandbreite — günstiger Marktrand, typischer Wert und Premium-Bereich — damit Sie das ganze Spektrum sehen statt einer einzelnen Zahl.
Wir vergleichen Verbands-Empfehlungen mit den öffentlich sichtbaren Marktpreisen. Weichen sie deutlich ab, gewichten wir zugunsten des real beobachtbaren Marktniveaus, weil Bauherren das tatsächlich zahlen.
Wir gruppieren auf Cluster-Ebene (z. B. „Grossraum Zürich", „Genferseeregion") nach BFS-Methodik, weil die Lohn- und Marktstruktur über mehrere Kantone homogener ist als auf Einzelkantons-Ebene. Wo ein Kanton eine markant abweichende Struktur zeigt (z. B. Wallis, Tessin), ist er als eigene Region geführt.
Aktuell: niemand formell — und das schreiben wir bewusst so hin, statt eine Prüfung vorzutäuschen. Wir laden Branchenfachleute ausdrücklich zur Prüfung ein und tragen jeden substanziellen Hinweis nach.
Ja. Alle publizierten Richtwerte gibt es maschinenlesbar als CSV und JSON (alle Gewerke, siehe Preisindex; Stundensätze separat unter Stundensatz-Übersicht). Frei nutzbar unter CC BY 4.0 mit Quellenangabe „handwerker-kosten.ch". Rückfragen: info@handwerker-kosten.ch.

Fehler entdeckt? Bessere Quelle bekannt?

Korrekturen werden innert 14 Tagen geprüft und umgesetzt. Substanzielle Hinweise werden im Update-Log dokumentiert.