Die Handwerker-Rechnung ist da – und sie ist höher als erwartet. Keine Panik: In der Schweiz haben Sie Rechte. Hier erfahren Sie, wie Sie Rechnungen prüfen, berechtigte von unberechtigten Mehrkosten unterscheiden und korrekt reklamieren.
Rechnung vs. Offerte vergleichen
Vergleichen Sie jeden einzelnen Posten mit der Offerte. Zulässige Abweichungen: Material-Mehrverbrauch (+/- 10%), unvorhergesehene Komplikationen (wenn dokumentiert und kommuniziert). Unzulässige Abweichungen: Höhere Stundensätze als vereinbart, nicht bestellte Arbeiten, pauschale Zuschläge ohne Erklärung.
Die häufigsten Tricks
- Aufgerundete Arbeitsstunden (z.B. 2h für 45 Min. Arbeit)
- Material-Aufschlag über 30% (unüblich)
- Doppelte Berechnung von Anfahrtskosten
- Unspezifizierte 'Kleinmaterial'-Pauschale
- Nachträgliche Zusatzarbeiten ohne Absprache
- Fehlende MwSt. (deutet auf Schwarzarbeit hin)
So reklamieren Sie richtig
1. Sofort schriftlich reagieren (innerhalb 10 Tagen). 2. Konkrete Punkte benennen mit Verweis auf Offerte. 3. Um Aufschlüsselung bitten. 4. Angemessene Frist setzen (14 Tage). 5. Unbestrittenen Teil bezahlen, bestrittenen Teil schriftlich bestreiten.
Ihre Rechte als Auftraggeber
In der Schweiz gilt: Bei einem Kostenvoranschlag (Offerte) darf die Endabrechnung maximal 10% höher ausfallen. Bei einem Werkvertrag mit Pauschalpreis ist der Preis fix. Bei Regie (Stundenbasis) muss jede Stunde nachweisbar sein.
Fazit
Prüfen Sie jede Handwerker-Rechnung sorgfältig. Bei unberechtigten Mehrkosten haben Sie das Recht, zu reklamieren. Dokumentieren Sie alles schriftlich und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.